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Detox-Produkte

 

Wunderwaffen für mehr Gesundheit oder Abzocke?

Viele Nahrungsergänzungsmittel werden mit dem Begriff „Detox“ beworben. „Detox“ ist die Abkürzung für Detoxifikation und bedeutet Entgiftung. Entsprechende Kapseln oder Pulver sollen den Körper von innen reinigen und vermeintliche oder echte Giftansammlungen abbauen bzw. ausscheiden. Die Zutaten solcher Produkte sind vielfältig und reichen von Heilerde, Brennnessel oder Minze über Obst- oder Gemüseextrakte bis hin zu Superfoods wie Goji- oder Açaibeeren. Die Reinigung von Leber, Niere und Darm soll – laut Herstellern – zu mehr Energie führen, das Immunsystem stärken, das Gewicht reduzieren und ganz allgemein das Wohlbefinden steigern.

 

Doch solche Aussagen sind wissenschaftlich nicht bewiesen. Weder wurden die Produkte selbst mit ihren jeweiligen Zusammensetzungen in Studien auf eine mögliche Entgiftungswirkung untersucht, noch die einzelnen Zutaten.

Eine Ansammlung von Giftstoffen (oft auch „Schlacken“ genannt) oder sonstige Ansammlungen von Stoffwechselprodukten lassen sich im Körper gar nicht nachweisen!

 

Leber und Niere machen das schon selbst!

 

Sie sind die Hauptentgiftungsorgane des Körpers und arbeiten beim gesunden Menschen so zuverlässig, dass kaum schädliche Stoffe zurückbleiben. Tatsächlich enthalten viele „Detox“-Produkte jedoch Bestandteile, die einfach nur entwässernd – aber nicht entgiftend - wirken (wie Wacholderbeeren, Brennnessel, Schachtelhalm, grüner Hafer, Löwenzahn usw.). Die ständige Verwendung solcher Mittel in hoher Dosierung kann allerdings zur erhöhten Ausscheidung bestimmter Mineralstoffe führen und sogar die Wirkung von Medikamenten abschwächen.

Der Begriff „Detox“ ist gesetzlich nicht definiert, sodass die Hersteller diesen Begriff nach eigener Auslegung auf ihre Produktverpackungen drucken. Allerdings hat der Bundesgerichtshof festgestellt, dass der Begriff „Detox“ auf der Verpackung eines Teeherstellers eine gesundheitsbezogene Aussage darstellt und nicht nur ein „allgemeiner Wellnessbegriff“ ist und hat die Verwendung untersagt. Dieser Beschluss des Bundesgerichtshofs hält einige Hersteller allerdings nicht davon ab, mit minimalen Änderungen des Begriffes „Detox“ weiterhin Produkte zu vertreiben. So sind mittlerweile Bezeichnungen wie „minus Tox“, „antitox“, „d-tox“, „freetox“ oder „de-tox“ auf den Verpackungen zu finden, die ebenfalls mit Reinigung, Entgiftung und Entschlackung werben.

 

Fakt:

 

Für die Behauptung, dass „Detox-Produkte“ den Körper entgiften, fehlt jede wissenschaftliche Grundlage. Anbieter setzen den Begriff „Entgiftung“ tatsächlich vielmehr als Werbemasche ein. Die Produkte sind in ihrer Wirksamkeit so fragwürdig wie die angepriesenen Detox-Diäten, dafür aber relativ teuer.

 

Quelle: Verbraucherzentrale Bayern

Titelfoto: Random House Susanne Krauss

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