Gesund

in der Region

 

Couragierte Veterinäre gegen skrupellose Züchter?

Eine bundesweite Entscheidung

zu qualvollen Tiertransporten längst überfällig!

 

Im Januar 2019 war das Veterinäramt Landshut eines der ersten in unserer Region, dass einem Tiertransport, bei dem eine trächtige Kuh 5000 Kilometer weit nach Usbekistan transportiert werden sollte, die notwendige Genehmigung, das „Vorzeugnis“ verweigerte und damit eine längst fällige Diskussion um Tierwohl und die teils unsäglichen Zustände bei Tiertransporten auslöste. Gegen den Stopp des Transportes wollte der Zuchtverband Mühldorf am Inn gerichtlich vorgehen. Der Landshuter Landrat Peter Dreier (FW) nahm die Amtstierärzte aber in Schutz und prangerte schon damals die unklare Rechtslage an. Im weiteren Verlauf reagierte auch der Freistaat Bayern und verbot Tiertransporte in 17 Staaten außerhalb der Europäischen Union.

 

Dennoch konnten dann im Mai in einer Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts in München Veterinäre aus 2 Regionen gesetzlich gezwungen werden, die notwendigen Dokumente für einen Transport nach Usbekistan auszustellen. Die Begründung des Gerichts: Veterinärämter sind vom Grundsatz her verpflichtet, die notwendigen Dokumente auf Antrag auszustellen und Bedenken bezüglich des Tierwohls im Zielland sind keine ausreichende Begründung für eine Verweigerung der notwendigen Vorzeugnisse! Vorangegangen war diesem Spruch ein Eilantrag des Fleckviehzuchtverbandes Altötting. Der Altöttinger Landrat Schneider darauf in der SZ: „Die Transporte sind eine solche Qual, dass ich nicht nachlassen werde. Wenn ein Zuchtverband partout nicht von ihnen lassen will, dann muss man ihm die Zuschüsse streichen, dann ist schnell Schluss mit den Transporten.“

 

Schlachttiere werden immer wieder Tausende Kilometer quer  durch Europa gekarrt, oft unter unwürdigen Bedingungen. Vor allem in asiatischen Staaten warten quälerische Schlachtungen auf sie und Praktiken, die den Tieren vor ihrem Tod erhebliche und länger anhaltende oder sich wiederholende Schmerzen und Leiden zufügen (Fesselung, Griff in die Augen, langes Ausbluten durch mehrere Stichwunden und qualvoller Todeskampf etc.).

 

Bei einer offiziellen Besichtigungsreise von Veterinären auf der Route mit den in den Transportberichten angegebenen Entlade- und Versorgungsstationen in Russland stellte sich dann auch noch heraus, dass diese Stationen teilweise überhaupt nicht existieren oder völlig ungeeignet sind.

 

Der Landshuter Landrat Dreyer machte klar, er werde diese „systematische Tierquälerei“ nicht unterstützen und werde nicht warten, bis der Freistaat Bayern reagiert. Das Landratsamt Landshut wird weiterhin keine Vorzeugnisse mehr ausstellen. „Jetzt ist Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Glöckner gefragt,“ sagt Dreyer. Sie müsse in dieser Sache endlich tätig werden und eine bundeseinheitliche Lösung präsentieren.

 

Tierschutz ist bei einigen Züchtern offensichtlich kein Thema, wenn es um den Profit geht.

 

Aber schon 2015 machten EU-Richter klar: Tierschutz endet nicht an den EU-Außengrenzen.

 

Unter www.peta.de/tiertransporte kann jeder eine Petition  gegen Tiertransporte  in Nicht-EU-Staaten unterzeichnen.

 

Titelfoto: Random House Susanne Krauss

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