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in der Region

Eigentlich befinden wir uns mitten in einer Katastrophe und merken es nur noch nicht. Schätzungsweise 1500 Vogelarten sind weltweit vom Aussterben bedroht, weil ihr Lebensraum immer weniger wird. Auch das Nahrungsangebot schrumpft radikal. Insekten sind ein wichtiger Bestandteil der Natur, auch beim Bestäuben von Pflanzen. Keine Insekten – keine Früchte. Studien bringen langsam die erschreckende Wahrheit zutage: Die „Insekten-Biomasse“ geht radikal zurück. Die Verluste betreffen wohl auch Schmetterlinge, Bienen und Wespen. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat heuer eine bisher in Deutschland einzigartige Aktion gestartet. Alles was krabbelt, flattert und sechs Beine hat, soll gezählt werden.  Und auch wenn die Ursachen oft global sind, auch jeder Gartenbesitzer oder Balkoninhaber kann mit etwas fachlicher Unterstützung der Natur Gutes tun.

Teamwork mit Schmetterling, Biene & Co.

Insekten sind die Grundlage unseres Ökosystems: Sie machen etwa zwei Drittel allen Lebens auf der Erde aus. Erst kürzlich wurde von Forschern ein Insektensterben nachgewiesen, das dramatische Folgen für unser Ökosystem haben kann. In Teilen Deutschlands sind mehr als dreiviertel aller Insekten verschwunden! Als Gründe vermuten die Wissenschaftler u. a. die intensivierte Landwirtschaft mit dem Einsatz von Pestiziden. Auch viele Schmetterlingsarten sind vom Aussterben bedroht.

Dabei sind sie wie Bienen und Hummeln elementar wichtig für die Vermehrung vieler Pflanzen sowie für die Bestäubung von Obst und Gemüse, wie beispielsweise Tomaten oder Apfelbäumen - ohne sie gäbe es keinen Ertrag.

Insektenschutz beginnt vor der eigenen Haustür

Lebensräume wie natürliche Grünflächen werden immer weniger. Aber auch in privaten Gärten finden die Nützlinge nicht immer ausreichend Nahrung. „Heimische Blumen sind die beste Nahrungsquelle für Insekten“, erklärt Karin Staudigl, die Chefin der Gärtnerei Staudigl in Nittendorf / Pollenried. “ Eine Königskerze z. B. ernährt 80 verschiedene Insektenarten. Leider sind unsere Gärten oft viel zu sauber. Damit im eigenen Garten ein Biotop entstehen kann, braucht es eine gewisse Unordnung. Und dazu gehört durchaus auch, dass man einen Teil der Rasenfläche verwildern lässt und nicht ständig mäht. Was hier von selbst wächst, sind nicht selten Pflanzen, über die sich so manches Insekt sehr freut.“

 

Und tatsächlich: Wenn man sich vorab nur ein bisschen bei einem Gärtner informiert, kann man den restlichen Garten mit Pflanzen verschönern, die Bienen, Hummeln und Schmetterlingen ausreichend Pollen und Nektar bieten. So wird der eigene Garten zum Schlaraffenland für Nützlinge und bringt auch dem „Gestalter“ viel Freude.

 

Der richtige Pflanzenmix aus der Gärtnerei

Grundsätzlich muss man einfach sagen, dass Discounter- oder Baumarkt-Ware qualitativ nicht immer mit Pflanzen aus der Gärtnerei mithalten kann. Gute Qualität zahlt sich im Lauf des Gartenjahres aber durch längere Lebensdauer aus und letztlich hat man dann unterm Strich sogar Geld gespart, wenn man nicht nachpflanzen muss. „Auch Kräuter, z. B. in einem Balkonkasten, unterstützen unsere Insekten“, so Karin Staudigl. „Lavendel bietet ausreichend Nektar und Thymian oder Dill verströmen einen für Bienen unwiderstehlichen Duft. Wildblumen sind echte Magneten für Insekten und es gibt spezielle Saatgutmischungen, die für Bienen oder Schmetterlinge interessant sind. Und wer nicht warten will, bis die Saat aufgegangen ist, der schaut einfach mal in der Gärtnerei vorbei. Wir wissen, wie man aus einem toten gestylten einen lebendigen naturnahen Garten macht und haben geeignete Pflanzen in robuster Qualität, die auch Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten lieben.“

Neben geeigneter Pflanzen können wir noch mehr für Nützlinge tun. Von Wildstrauchhecken, z. B.  aus Kornelkirsche oder Bienenbaum, profitieren auch Vögel.

In einem Stapel Totholz finden viele Nützlinge Nahrung und einen Unterschlupf. Außerdem sollten im Herbst nicht alle Pflanzen heruntergeschnitten werden, das ist bei vielen Stauden nicht notwendig, ein Rückschnitt kann im Frühjahr erfolgen. Und wer Lust auf noch mehr Nützlinge im Garten hat, baut vielleicht sein eigenes Insektenhotel.

Auch die Raupen der Schmetterlinge benötigen Nahrungsquellen - beispielsweise Brennnessel, Distel, Ampfer, Ginster, Apfelbaum und Zitterpappel.

Fotos: Ostbayern Verlag; alexandersw, K.-U. Häßler, pholidito - stock.adobe.com

Auch die Monarda oder Indianernessel genannt hat Blüten, die von Bienen geliebt werden.

Hoch im Kurs bei Bienen steht auch die Deutzia (oben) oder die Duftesche  auch Bienenbaum genannt. Letztere ist sehr wertvoll für die Insekten, denn sie blüht in einer Zeit, in der das Nektarangebot nachlässt, die Bienen aber ihre Brut fürs nächste Jahr erneuern.

Wenn man sich vorab nur ein bisschen bei einem Gärtner informiert, kann man den Garten mit Pflanzen verschönern, die Bienen, Hummeln und Schmetterlingen ausreichend Pollen und Nektar bieten.

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Titelfoto: Random House Susanne Krauss

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