Zu spät für die Grippeimpfung?

Sie haben erst daran gedacht, als der Nachbar Sie angehustet hat?
Kein Problem.
Auch wenn die Ständige Impfkommission (STIKO) Grippeimpfungen idealerweise für Oktober und November empfiehlt, ist ein Nachholen im Dezember oder sogar im neuen Jahr sinnvoll, solange die Grippewelle noch nicht ihren Höhepunkt erreicht hat. Nach der Impfung dauert es ca. 10 bis 14 Tage, bis unser Körper einen vollständigen Schutz aufgebaut hat. Da die Grippewelle bei uns in Deutschland oft erst nach dem Jahreswechsel richtig in Fahrt kommt und sogar schon bis in den April hinein angedauert hat, schützt die Impfung auch erst im Dezember noch rechtzeitig vor der Hochphase der Grippe.
Ganz wichtig: Gerade sogenannte Risikogruppen, also Personen ab 60 Jahren, chronisch kranke Menschen, Schwangere und medizinisches Personal sollten den Schutz bei verpasstem Termin im Herbst unbedingt auch noch später nachholen.
Auch wenn immer wieder „Fake News“ über tödliche Nebenwirkungen z. B. bei der Corona‑Impfung in Umlauf gebracht werden, war die Entdeckung der Schutzimpfung vom englischen Arzt Edward Jenner 1796 zurückblickend ein Segen für die Menschheit. Er impfte einen Jungen mit Kuhpocken und wies nach, dass diese Infektion den Buben vor den gefährlichen Menschenpocken schützte.
Im 19. Jahrhundert arbeitete der französische Chemiker und Mikrobiologe Louis Pasteur dieses Prinzip weiter aus und schuf unter anderem die ersten Impfstoffe gegen Milzbrand und 1885 die erste Impfung gegen Tollwut. Deutschland gilt seit 2008 als frei von klassischer Tollwut.
Weltweit gesehen sind allerdings nur Pocken laut WHO, der Weltgesundheitsorganisation, die einzige Infektionskrankheit beim Menschen, die durch konsequente Impfung offiziell vollständig ausgerottet wurde! Polio, Kinderlähmung, wurde weltweit um über 99 % reduziert. In Europa gilt sie als ausgerottet, kommt aber in wenigen Ländern wie z. B. Afghanistan oder Pakistan noch vereinzelt vor. Masern, Mumps und Röteln konnten durch eine hohe Impfquote stark zurückgedrängt werden, brechen aber bei sinkendem Impfschutz in der Bevölkerung gelegentlich wieder lokal aus. Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf) und Keuchhusten sind durch regelmäßige Impfungen bei uns extrem selten geworden, die Erreger existieren aber weiterhin in der Umwelt.
Haben Sie Bedenken bezüglich spezieller Impfungen, dann sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt. Er kennt Sie und Ihren Körper und weiß, was letztlich sinnvoll ist, damit Sie auch gut durch die Erkältungszeit kommen.







