Für 10 € bekomme ich je nach Marke 2 bis 20 Liter Mineralwasser – oder 4.000 Liter Leitungswasser. Aber…

Leitungswasser

Geld sparen - Leitungswasser

 trinken?


Leitungswasser ist tatsächlich ein idealer Durstlöscher und erst vor Kurzem haben die Verbraucherzentralen wieder einmal mit bestehenden Vorurteilen aufgeräumt und informiert, warum es unbedenklich und zugleich ökologisch sinnvoll ist, das Wasser zu Hause frisch aus dem Wasserhahn zu zapfen.


Wichtig für die Gesundheit


Der Körper benötigt Wasser, damit alle Organe richtig funktionieren können. Wir sollten mindestens 1,5 Liter Wasser am Tag trinken. Dieser grobe Richtwert kann sogar auf das Drei- bis Vierfache steigen, zum Beispiel beim Sport oder bei einer anstrengenden, schweißtreibenden Arbeit. Schon ein kleiner Mangel kann zu gesundheitlichen Problemen führen: von Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit und Erschöpfung bis zu Schwindel, Verwirrtheit und schlappem Kreislauf. Wer das Trinken nachholt, bekommt allerdings schnell alles wieder ins Gleichgewicht. Auf Vorrat trinken bringt aber nichts, weil der Körper Wasser nicht speichern kann.

Die Qualität von Leitungswasser wird in Deutschland durch die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) geregelt und häufiger geprüft als bei den meisten Mineralwassern! Große Versorger müssen das Trinkwasser sogar mehrmals täglich kontrollieren. Die Verordnung beinhaltet so strenge Grenzwerte für Stoffe wie Nitrat, Blei, Kupfer und Uran, dass wir uns beim Trinken von Leitungswasser keinerlei Sorgen machen müssen. Ausnahme: Man bewohnt ein älteres Gebäude. Insbesondere in Häusern mit Baujahr bis 1972 wurden nämlich Bleirohre verbaut. Problematisch kann das für Schwangere und Babys sowie Kleinkinder sein, da sich Blei im Körper anreichert und gesundheitliche Folgen oft erst nach Jahren sichtbar werden. Häuser ab Baujahr 1973 haben keine Bleileitungen mehr. Seit Januar 2026 sind Bleileitungen in Deutschland endgültig verboten. Letzte Sicherheit gibt ein Wassertest, den man für grobe Richtwerte mit Teststreifen schon für ca. 10 € selbst durchführen kann. Bei Verdacht auf Verunreinigung muss ein Wassertest in einem zertifizierten Labor vom Vermieter durchgeführt und bezahlt werden.   


Perfekt für Umwelt und Geldbeutel


Leitungswasser ist circa 100-mal preiswerter als Mineralwasser aus Flaschen. Zudem müssen Sie es nicht schleppen. Die Klimabelastung durch Mineralwasser, das in Einwegflaschen abgefüllt ist, ist in Deutschland fast 600-mal höher als bei Leitungswasser. Aber enthält Leitungswasser genauso viele Mineralien? Die Mineralwässer unterliegen der Mineral- und Tafelwasserverordnung. Sie werden zwar deutlich seltener behördlich kontrolliert als Leitungswasser, aber enthalten oft eine höhere und auf dem Etikett genau deklarierte Menge an Mineralstoffen wie Calcium oder Magnesium. Die Zusammensetzung kann jedoch stark schwanken. Auch beim Leitungswasser ist der Mineralstoffgehalt regional sehr unterschiedlich und hängt vom Boden ab.


Leitungswasser vor dem Trinken erst mal laufen lassen?


Wasser, das länger als 4 Stunden in den Rohren stand, ist nicht mehr frisch. Dadurch kann es verkeimen und Stoffe aus den Armaturen übertragen. Lassen Sie Wasser zum Trinken oder Kochen deshalb immer erst mal so lange laufen, bis es kühl aus dem Hahn kommt. Das kann bis zu 30 Sekunden dauern. Den ersten Wasserschwall morgens oder nach dem Urlaub kann man ja zum Beispiel zum Blumengießen, Spülen oder Putzen benutzen.

Der Hauptunterschied zwischen Mineralwasser und Leitungswasser


Der liegt sowohl in Herkunft und Kontrollen als auch in Preis und Umweltbelastung. Leitungswasser ist extrem günstig und kostet im Schnitt nur ca. 0,2 Cent pro Liter, während Flaschenwasser im Handel ein Vielfaches kostet und durch den Verfall von Verpackungsmüll und Transportwegen eine wesentlich höhere Umweltbelastung darstellt. Hierzu belegen Stichproben von Stiftung Warentest und Ökotest immer wieder, dass »teuer nicht gleich besser« ist. Mineralwasser muss auch keine festgelegte Menge an Mineralstoffen haben, um Mineralwasser heißen zu dürfen. Mineralstoffe nehmen wir in erster Linie aus festen Lebensmitteln auf. Idealerweise stehen daher täglich drei Hände voll Gemüse, zwei Hände voll Obst sowie Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte auf dem Speiseplan.


Calcium-Versorgung?


Viele Wässer enthalten tatsächlich nur eine geringe Menge, – manches Leitungswasser liefert mehr. Wer dazu aus Tierschutzgründen weder Kuhmilch trinkt noch Milchprodukte isst, findet gute Quellen für seine Calciumversorgung in Lebensmitteln wie Grünkohl, Brokkoli, Mandeln oder Sesam sowie z.B. in Hafermilch mit einem durchschnittlichen Calciumgehalt von 120 mg je 100 ml.



Interessante Details zum Thema gibt’s auf verbraucherzentrale.de