
Werden die Mineralölkonzerne ferngesteuert noch reicher?
Thomas Ederer vom Autohaus Ederer in Etterzhausen im LRK. Regensburg: „Das Tanken ist viel teurer als in anderen europäischen Ländern, weil trotz Tankrabatt die Abgaben und Steuern so hoch sind. An der Theke spüren wir den Unmut der Autofahrer, haben aber keinerlei Einfluss auf das Preisgeschehen. Ungefähr die Hälfte sind Steuern und Abgaben. Wir Tankstellenbetreiber bekommen einen minimalen Anteil von ca. 0,8 bis höchstens zwei Cent Provision für jeden verkauften Liter Sprit und der ist fest. Wenn also die Konzerne erhöhen, haben wir gar nichts davon! Von den paar Cent müssen wir dann den Service und das Personal an unserer Tankstelle finanzieren!“, so Ederer.
Bis zu 3 Milliarden mehr gehen je nach Höhe des Spritpreises in staatliche Kassen.
Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum ausgerechnet in Stoßzeiten wie zur morgendlichen „Rushhour“ die Spritpreise plötzlich nach oben gehen?
Das liegt an einem ausgeklügelten System, das so ganz typisch für Deutschland ist. Die Mineralölkonzerne wollen natürlich so viel wie möglich verdienen und schauen mit sogenannten Pricing-Abteilungen irgendwo in Hamburg oder München, wo die Verkehrsströme besonders hoch sind – das geht mit Internet sehr gut. Dann können sie innerhalb von Sekunden per Fernsteuerung die Preise nach oben drücken. „Dem wollte der Staat ja mit der Regelung, dass die Konzerne nur noch einmal am Tag die Preise erhöhen dürfen, und das vor 12 Uhr mittags, entgegenwirken“, so Thomas Ederer. „Gebracht hats den Autofahrern nicht viel. Der kann zumindest mit einem frischen Kaffee oder einer Leberkäs-Semmel in unserem Shop seine Stimmung etwas aufhellen!“
Der Tankrabatt gilt befristet bis Ende Dezember 2026. Spätestens zum 1. Januar 2027 plant die Bundesregierung ergänzend einen befristeten Spritpreisdeckel einzuführen.



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